Deine Botschaft zum Weihnachtsfest ist: Gott hat sich für DICH entschieden!
Es geht ein Riss durch Deutschland. Die Geister scheiden sich an der Frage, wo Weihnachten in diesem Jahr entschieden wird.
Ein für seine politisch inkorrekten Werbesprüche bekannter Konzern, der elektronische Geräte aller Art verkauft, wollte uns den ganzen Advent lang davon überzeugen, dass Weihnachten unterm Baum entschieden wird. Unterm Baum – ganz einfach aus dem Grund, weil dort die Geschenke liegen, und wenn die Geschenke rein zufällig von besagtem Konzern stammen, ist die Entscheidung natürlich gut ausgefallen.
Demgegenüber gab es im Internet eine Protestwelle vieler engagierter Christen, die einen zweiten Entscheidungsraum ins Spiel brachten mit dem Slogan: „Weihnachten wird in der Krippe entschieden.“ Es kommt nicht auf das Markenschild bei den Geschenken an, sondern auf die Botschaft, die mit der Krippe als Symbol verbunden ist.
Manche versuchten gar, beide Gruppen miteinander zu versöhnen, indem sie sagten: „Weihnachten wird unterm Baum entschieden, wenn dort eine Krippe steht.“
Um es gleich am Anfang klar und deutlich zu sagen: ich finde die Werbung des Konzerns schlicht und einfach unpassend, weil dort die Qualität des Weihnachtsfestes offenbar an der Preisklasse der Geschenke unterm Baum gemessen wird. Da fallen viele arme Menschen in unserem Land durchs Raster. Aber ehrlich gesagt habe ich von diesem Konzern nichts Besseres erwartet. Denn wer mir ständig einreden will, dass er oder sie doch nicht blöd sei, dem nehme ich das irgendwann nicht mehr ab.
Und doch bleibt ein Unbehagen in mir zurück. Können wir uns als Christen denn nur immer GEGEN andere Meinungen Gehör verschaffen? Ist es immer so sinnvoll, gleich auf andere mit der moralischen Keule einzuschlagen? Oder sollten wir nicht vielmehr unsere Botschaft positiv an den Mann, an die Frau bringen, mit Begeisterung davon erzählen, was den Kern unseres Glaubens ausmacht?
Und so möchte ich den plakativen Satz noch etwas umformulieren: Ob Weihnachten unterm Baum oder in der Krippe oder sonst wo entschieden wird, ist vielleicht gar nicht so wichtig. Denn auch unter einem schön geschmückten Baum kann etwas vom Zauber der Weihnacht überspringen – während vor so mancher idyllischen Krippendarstellung in unseren Häusern gerade an Weihnachten Streit und Zwietracht herrschen. Das Entscheidende aber an Weihnachten ist doch, dass Gott sich für uns entschieden hat. Gott hat sich an Weihnachten für den Menschen entschieden und ist so selbst ein Mensch geworden. Und das verändert alles. Denn kann der Mensch schlecht und abgrundtief verdorben sein, wenn Gott selbst seine Natur annimmt?
Gott hat sich für den Menschen entschieden. Und weil Gott sich zuerst für den Menschen entschieden hat, entscheiden sich die Hirten für Gott und eilen zur Krippe. Sie verlassen alles in dieser kalten Nacht, lassen ihre Herde vor den Toren Bethlehems zurück und eilen in den Stall, um das Kind in der Krippe anzubeten.
Gott hat ihnen, hat uns, hat Dir in diesem kleinen Kind in der Krippe das schönste Geschenk überhaupt gemacht. Und das ganz preiswert, umsonst. Du musst gar nicht viel Geld dafür ausgeben oder in irgendwelche Vorleistungen treten. Du darfst Dich einfach von IHM beschenken lassen. Und anderen davon weiterschenken. Da braucht es keine großen Geldbeträge, sondern oft nur etwas Aufmerksamkeit für den Menschen neben Dir.
Da es uns aber oft viel leichter fällt zu schenken als uns beschenken zu lassen, noch dazu, ohne etwas dafür tun zu müssen, braucht es wohl die Engel, die uns diese große Freude noch einmal ganz deutlich zusagen. Es braucht diese Boten aus einer anderen Welt, die uns zeigen, dass wir keine Angst mehr haben müssen, zu kurz zu kommen, sondern dass wir uns als erlöste Menschen auf den Weg machen können, Ihm entgegen. Wir sind schließlich „Menschen Seiner Gnade“, „Seines Wohlgefallens“. Wir stehen in Gottes Wohlgefallen, uns ist sein Friede verheißen – ein Friede, der nicht durch Verträge zustande kommt und brüchig ist, sondern der Friede, der uns durch das wehrlose Kind in der Krippe verheißen ist.
Wir feiern in dieser Heiligen Nacht eine rundum positive Botschaft, denn „die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten“, wirklich alle Menschen, nicht nur fromme Christen, sondern auch unsensible Werbetexter – warum denn nicht? Statt Gnade könnten wir auch sagen: „Gottes Charme ist erschienen“, SEINE Leichtigkeit löst, er-löst die Schwere der Welt und unsere Schwerfälligkeit, SEINE Freude will uns leicht machen.
Tragen wir diese frohmachende Botschaft in die Welt hinaus. Die Hirten haben sich davon anstecken lassen. Tun wir es ihnen nach, treten wir vor die Krippe, beten wir das neugeborene Kind an, und freuen wir uns, dass wir wenigstens heute einmal nichts entscheiden müssen, weil Gott sich schon längst für uns entschieden hat!
So wünsche ich Dir im Namen meiner Mitbrüder gesegnete Weihnachtstage und alles Gute für das neue Jahr 2012!
P. Maurus